Kindertrauergruppe "Brückenbauer"
Jeden 1. Mittwoch im Monat trifft sich die Kindertrauergruppe „Brückenbauer“ von 16.00 – 17.30 Uhr. Kinder verstehen erst mit der Zeit, was der Tod ist. Kindertrauer unterscheidet sich von der Trauer der Erwachsenen. Die jungen Menschen trauern in der Regel punktuell, also in abgegrenzten Zeitabschnitten. Sie springen immer wieder in eine „Trauerpfütze“, während Erwachsene oftmals ihre Trauer „in einem Fluss“ durchleben. Bei Kindern gilt das Sprichwort „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“, sie würden ständige Trauer physiologisch gar nicht aushalten. So lassen sie immer nur so viel Trauer zu, wie sie bewältigen können. Der Umgang mit diesem Gefühlswechsel zwischen Traurigkeit und Fröhlichkeit ist für die Erwachsenen oft nicht nachvollziehbar und daher verunsichernd.
Trauer ist ein natürlicher, angemessener Vorgang und ist keinesfalls als Krankheit anzusehen. Sie ist eine angeborene Reaktion auf einen Verlust, eine Fähigkeit, und beginnt nicht erst mit dem Eintritt des Todes, sondern bereits bei der Diagnosestellung. Besonders schwierig kann sich der Trauerprozess allerdings gestalten, wenn der Tod plötzlich und unvorhergesehen eintritt, da sich der Mensch dann nicht auf das Kommende vorbereiten kann. Trauer zeigt sich mit unterschiedlichen Gesichtern: Weinen, Wut, Angst, Schuldgefühle, Scham … Trauerprozesse sind sehr individuell und dauern unterschiedlich lang.
Kinder benötigen Sicherheit, feste Rituale, sie brauchen Erinnerungsstücke an den Verstorbenen, die sie z.B. in einer Kiste sammeln. Es ist für sie wichtig emotionalen Stress abzubauen, Outdoor-Aktivitäten oder kreative Tätigkeiten wie Malen und Basteln werden in der Trauergruppe angeboten.
Das Team setzt sich aus einer Psychologin, Sozialpädagoginnen und qualifizierten Hospizhelfer*innen und Trauerbegleiter*innen zusammen.
Am 01.04.2026 fand der Abschluss der einjährigen Begleitung der Kindertrauergruppe im Verein Fairplay Boxen Wiesbaden e. V. statt.
Unser Präsident Memo selbst arrangierte ein Boxtraining für die 5 Kinder der Trauergruppe.
Im Vorfeld kümmerte er sich um einen passenden Trainingsplan, der altersgerecht gestaltet ist, auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht und zugleich Freude an Bewegung und Sport vermittelt. "Das notwendige Boxequipment stellen wir den Kindern selbstverständlich zur Verfügung. Wir freuen uns darauf, die Kinder bei uns begrüßen zu dürfen, und sehen das Training als eine gute Möglichkeit, Bewegung, Struktur und einen positiven Ausgleich zu schaffen", so der Präsident des Vereins.
Mit großem Engagement begleitete Memo das Boxtraining, auch die Betreuerinnen der Kindertrauergruppe, sowie die Zugehörigen der Kinder wurden einbezogen.
Dieser Beitrag wurde verfasst von Christa Hofmann, Vorsitzende des Hospizvereins Lebensbrücke e.V.